Warum zu ECOVIN?

1| ECOVIN Philosophie.

Wenn man einen der 220 Mitgliedsbetriebe besucht wird schnell klar: ECOVIN ist nicht nur ein Bundesverband, sondern ein lebendiger Zusammenschluss von Menschen, die sich mit Leib und Seele der ökologischen Weinkultur, der Bewahrung des Ökosystems Weinberg verschrieben haben. Sie setzen einzig und allein auf die natürlichen Ressourcen für wirklich gute Weine: gesunden Boden, optimale Lage und sorgfältige Verarbeitung. Gemeinsam haben sie 1985 ECOVIN, den Bundesverband Ökologischer Weinbau e. V. gegründet. Weine, die das ECOVIN Zeichen tragen, stehen für höchste Qualität und ökologische Konsequenz – ohne Kompromisse.

Auf Basis ihrer Visionen, ihrer Erkenntnisse und Erfahrungen entstanden die wegweisenden Richtlinien des ökologischen Weinbaus, die seither beständig weiterentwickelt werden. Mit den Leitlinien, die Anfang des Jahres 2013 überarbeitet und erweitert wurden, wird die ECOVIN Philosophie der ganzheitlichen und ökologischen Weinkultur spür- und erlebbar.

2| Mittendrin im Geschehen. Wenn nicht wir, wer dann?

Von Anfang an hat sich der Verband aktiv in die aktuelle Diskussion um die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen eingebracht und klare Zeichen gegen den Einsatz von Agrochemie und Gentechnik gesetzt. Dank der intensiven Lobbyarbeit hat sich ECOVIN längst als zentraler Ansprechpartner und wichtiger Wegweiser im ökologischen Weinbau für politische Entscheidungsgremien etabliert.

3| Einer und noch mehr… Gemeinsam sind wir stark!

Bertold Brecht hat einmal gesagt: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Und wer für seine Rechte kämpfen will und muss, tut sich leichter mit starken Verbündeten an seiner Seite. ECOVIN gehört seit 2004 dem Deutschen Weinbauverband an, seit 1987 der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) und von 2011 an dem BÖLW (Bundesverband Ökologische Lebensmittelwirtschaft), den beiden Dachorganisationen des ökologischen Landbaus. Seit 2012 ist ECOVIN zudem Mitglied im PAN (Pesticide Action Network).

Neben den Zugehörigkeiten in diesen starken Bündnissen ist uns ein reger Austausch mit den anderen Ökoverbänden sehr wichtig. Denn eines ist klar: Nur wenn alle an einem Strang ziehen, wird uns die Chance gewährt, notwendige Maßnahmen erfolgreich bei unseren Politikern durchzusetzen. Auf Länderebene erfolgt diese Zusammenarbeit über die Arbeitsgruppen ökologischer Landbau (AÖL).

2010 haben ECOVIN, als größter Spezialverband für den ökologischen Weinbau, und Demeter, als Pionier der biodynamischen Wirtschaftsweise, eine enge Kooperation vereinbart. Ziel ist es, alle biodynamischen Weingüter in beiden Verbänden zu organisieren und die daraus entstehenden Synergien positiv umzusetzen.

4| Bio für alle! ECOVIN Wissens-trans-fair.

Unser täglicher Einsatz zum Wohl der Natur verlangt viel Erfahrung, Fachwissen und nicht zuletzt das Vertrauen in die Natur selbst und ihre natürlichen Kreislaufprozesse. Uns liegt besonders am Herzen, die langjährigen Erfahrungen und Erkenntnisse den nachkommenden Generationen mit auf den Weg zu geben. Für alle Öko-Interessierten und unsere neuen Mitgliedsbetriebe finden jedes Frühjahr Einführungskurse in den ökologischen Weinbau statt. Mit wachsendem Interesse und über die Landesgrenzen hinaus. Den Erfahrenen geben die Fortbildungsseminare neue Impulse und laden ein zum Experimentieren und zu neuer Kreativität. Und auch in den Regionalgruppen wird regelmäßig bei Jungweinproben und Fortbildungen gefachsimpelt. Tagungen und Symposien runden das Fortbildungsportfolio im Verband ab. Stillstand? Für uns ein Fremdwort.

5| Projekte, Projekte, Projekte. Geht nicht, gibt’s nicht.

Als größter Spezialverband für Biologischen Weinbau weltweit ist es unsere Pflicht, auch im Rahmen von Forschungsprogrammen und Versuchsreihen wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des modernen Weinbaus zu geben. Egal, ob es um neue Verarbeitungsrichtlinien, die Züchtung von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI) oder um Pflanzenschutz geht.

In den letzten Jahren hat sich ECOVIN an den verschiedensten Projekten beteiligt oder sie gar initiiert. Derzeit ist ECOVIN als Projektpartner des Julius-Kühn-Instituts am Projekt zur „Nutzung von Resistenzmechanismen verschiedener Rebsorten als Alternative zum Einsatz von Kupfer im Ökoweinbau“ beteiligt.

Anfang des Jahres wurde die langjährige Versuchsreihe zur Kupferminimierung abgeschlossen, an der ECOVIN Betriebe maßgeblich teilgenommen und somit einen wichtigen Forschungsbeitrag geleistet haben.

Im Rahmen des europaweiten ORWINE Projekts hat sich ECOVIN für zukunftsfähige Ausbaukriterien im Ökoweinbau eingesetzt – und gekämpft: Damit auch in Zukunft „Ökoweinbau“ in Deutschland und Europa möglich ist.

6| Marken- und Imagepflege. Wer, wie, was?

Um den Bekanntheitsgrad der Marke ECOVIN zu stärken, stehen nicht nur den Mitgliedsbetrieben eine Reihe von Werbemitteln zur Verfügung, auch dem Handel, der ECOVIN Weine führt, geben wir gerne Wissenswertes an die Hand. Ob bei Bioweinverkostungen oder in Schulungen außerhalb des Verbandes wird ECOVIN gerne als Informationslieferant zu Hilfe gebeten. Der im Jahr 2010, pünktlich zum 25jährigen Jubiläum erschienene ECOVIN Imagefilm trägt dazu bei, die ökologische Weinkultur greif- und erlebbar zu machen.

Auf den wichtigen Messen, wie der ProWein in Düsseldorf, der BioFach in Nürnberg und der Intervitis in Stuttgart ist eine Teilnahme von ECOVIN in Form eines Gemeinschaftsstandes mit interessierten Mitgliedsbetrieben selbstverständlich.

8| Tag für Tag im Einsatz – mit Erfolg.

Jeder Mensch braucht Bestätigung im Leben, damit er mit Freude bei der Sache ist. 2007 erhielt ECOVIN den Preis der Weinkritik „für den langjährigen herausragenden und erfolgreichen Einsatz zur Hebung der Qualifikation deutscher Weine“, überreicht von der Weinfeder e. V., dem Verband der deutschsprachigen Weinpublizisten. Im 25jährigen Jubiläumsjahr 2010 wurde dem Verband mit dem IFOAM Recognition Award die höchste Ehrung der IFOAM zuteil. Darauf sind wir stolz, es bestätigt unsere wichtige Arbeit. Tag für Tag.

9| Ökologisch wirtschaften. Warum (nicht)?

Gesunde Lebensmittel zu erzeugen und dabei die natürlichen Ökosysteme zu schonen, das ist das erklärte Ziel des ökologischen Landbaus. Dazu zählt vor allem der Erhalt der Artenvielfalt, der Schutz der Ressourcen, wie Boden und Wasser und die Senkung der Klimabelastung. In der Praxis bedeutet das unter anderem die Unterstützung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit. Ganz ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, mineralische Stickstoffdüngern und Gentechnik.

10| Auf die Plätze, fertig, los.

Ganz klar, die Umstellung auf den ökologischen Weinbau bedeutet für jeden Winzer auch eine fachliche Herausforderung. Nicht nur im Weinberg und Keller: Wie sieht’s mit Absatzmöglichkeiten, Marktsituation und Marktpreis aus, mit welchen betriebswirtschaftlichen Auswirkungen muss ich rechnen, welche Fördermöglichkeiten bestehen. Und… und… und.

Der erste Schritt: Es geht nichts über das Gespräch mit den erfahrenen Kollegen und/oder dem Ökoweinbau-Berater. Noch anschaulicher ist natürlich eine Betriebsbesichtigung eines Bio-Weingutes. Die Praxis eben hautnah erleben. ECOVIN ist momentan in 11 Anbauregionen Deutschlands zu Hause und bietet genau diesen Erfahrungsaustausch. Auf unserer Internetpräsenz finden Sie die Ansprechpartner Ihrer Region. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei.

2001 wurde eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ins Leben gerufen: Das Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau. Hier öffnen die Landwirte für die unterschiedlichsten Interessensgruppen und natürlich für die Berufskollegen ihre Höfe. Sie demonstrieren den Besuchern nicht nur beispielhaft und praxisnah den Alltag des ökologischen Landbaus, seine besondere Qualität, seine Chancen und Probleme, sondern informieren auch über ihre speziellen Produktionsschwerpunkte und Vermarktungsformen und erläutern regionaltypische Standortbedingungen.

Einige Demonstrationsbetriebe sind Mitglied bei ECOVIN, aktuelle Informationen zu den Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau finden Sie unter: www.demonstrationsbetriebe.de.

11| Wie geht’s weiter?

Vorab: Die Umstellung auf den ökologischen Weinbau bis zur ersten anerkannten Ökoware dauert bei Dauerkulturen mindestens 36 Monate ab Umstellungsbeginn. Als Umstellungsbeginn zählen die Meldung und der Vertragsabschluss bei einer akkreditierten Kontrollstelle. 12 Monate nach Umstellungsbeginn ist ein Umstellungshinweis möglich: Dazu muss die Anmeldung bis spätestens zum 1. September des Vorjahres (Beendung der Pflanzenschutzsaison) erfolgt sein.

12| Grundlage für die Bio-Zertifizierung.

Die gesetzliche Grundlage für die Bio-Zertifizierung bildet seit 1991 die EG-Öko-Verordnung, die zum 01.01.2009 durch eine neue Verordnung (EG) Nr. 834/2007 mit den Durchführungsbestimmungen (EG) Nr. 889/2008 ersetzt wurde. Mitte 2012 wurden die Durchführungsbestimmungen um die neue Kellerrichtlinie ergänzt.

13| Kontrolle. Für glaubwürdige Öko-Produkte.

Die Öko-Zertifizierung nach der EG-Öko-Verordnung und auch nach den privatrechtlichen Anforderungen eines Verbandes erfolgt durch unabhängige, staatlich anerkannte Kontrollstellen. Die Kontrolle für die Zertifizierung erfolgt bei der angekündigten Jahresinspektion. Nach dem Zufallsprinzip kann zusätzlich auch eine unangekündigte Kontrolle durchgeführt werden. Zu solchen ausgewählten unangekündigten Kontrollen sind die Kontrollstellen verpflichtet.

Schritt für Schritt zur Umstellung. Kompakt in der Übersicht:

1. Ausführliche und intensive Informationsbeschaffung

2. Anmeldung bei einer zugelassenen Kontrollstelle

3. Beantragung der staatlichen Förderung

4. Umstellungsberatung und Umstellung auf die Anforderungen der EG-Öko-Verordnungen und Dokumentation

5. Überlegungen über einen Beitritt zu einem Öko-Anbauverband (wichtig: Entscheidung vor der Inspektion, da i.d.R. strengere Kriterien)

6. Erste Inspektion

7. Zertifizierung

8. Umstellungshinweis für pflanzliche Erzeugnisse (ab 12 Monate nach Vertragsabschluss)

9. Anerkannte Ökoware (ab 36 Monate nach Vertragsabschluss)