Staatssekretär Griese besucht Winzertreffen zur Biodiversität im Ökoweinbau

ECOVIN- Veranstaltung im Rahmen der „Ökotage Rheinland-Pfalz“

NUßDORF, OPPENHEIM „Naturschutz und Biodiversitätserhalt als Corporate Social Responsibility (CSR)- Aufgabe im Mittelstand“ so lautet der Titel des aktuellen ECOVIN Projekts, welches gemeinsam mit den beiden Umweltstiftungen Global Nature Fund  und der Bodenseestiftung durchgeführt wird.

Am 27. August kamen im Weingut Klaus und Susanne Rummel in Nußdorf (Pfalz) 15 beteiligte Projektwinzer zu einem Treffen zusammen, um die bisherigen Ergebnisse im Projekt zu diskutieren. Am Nachmittag informierte sich Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Weinbau und Forsten (MULEWF, Mainz) über die Fortschritte des Projekts. Ein Rundgang durch das Weingut beeindruckte auch weitere Teilnehmer des nachmittäglichen Pressegesprächs. Neben Vertretern der Fachpresse nahmen auch der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Wolfang Schwarz (SPD) und der Leiter des Weinbauinstituts Freiburg Dr. Rolf Steiner teil.

„Neue Reben braucht das Land!“

Das Weingut von Susanne und Klaus Rummel wird seit 1994 nach den Richtlinien von ECOVIN bewirtschaftet. Der Versuchsanbau von Neuzüchtungen mit pilztoleranten Eigenschaften ist ein Schwerpunkt auf dem Weingut. Für dieses Engagement wurde der Betrieb 2005 mit dem ersten Platz beim Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet. „Neue Reben braucht das Land - Das ist unser Motto und damit schaffen wir Perspektiven für den Weinbau der Zukunft.“ so Klaus Rummel.

Biowinzer fördern mit ihrer naturnahen Wirtschaftsweise die biologische Vielfalt. Trotzdem sind die Winzer motiviert, noch mehr zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen. Denn nicht nur im Weinberg, auch im Keller, im Vertrieb oder im Marketing gib es weitere Möglichkeiten, um die Biodiversitäts- und Nachhaltigkeits-Bilanz der Biowinzer zu verbessern.
Im Projekt entwickelten die drei Projektpartner an den Bio-Weinbau angepasste Biodiversity-Checks. Anschließend wurden 15 ECOVIN Betriebe in Bezug auf ihre Chancen und Risiken in Sachen Biodiversität analysiert und erhalten nun konkrete Umsetzungs-Empfehlungen.
Das Thema Verpackung, Distribution und Logistik spielt bzgl. eines CO2 Fußabdrucks des Produkts Wein eine große Rolle. Diskutiert wurden in Nußdorf unter anderem betriebsspezifische Rücknahmesysteme von Leergut sowie die Verwendung leichterer Flaschen und alternativer Verpackungslösungen und generelle Logistikfragen. Es wird empfohlen, den Anteil von Grünglas zu erhöhen, da hier der Recyclinganteil bis zu 100% liegen kann, bei Weißglasflaschen hingegen bei nur ca. 60%. Dem Thema „Bag in Box“ kommt gerade im Basissegment immer mehr Bedeutung zu. Hier gibt es zahlreiche Vorteile vom effizienten Transport über einen geringen Rohstoffaufwand bis zu einem guten Gewichts-Inhaltsverhältnis. Eigenschaften wie eine geringe Druckfestigkeit von nur bis zu 0,5 bar erschweren jedoch das Abfüllen von kohlensäurehaltigen Weißweinen.
Weiterhin standen verschiedene Betriebsmittel auf dem Prüfstand. Im ökologischen Weinbau sind laut EG-Öko-Verordnung und ECOVIN Richtlinie eine Reihe von Betriebsmitteln für den Pflanzenschutz und in der Kellerwirtschaft zugelassen. Hier gilt es, immer wieder kritisch zu reflektieren, welche Betriebsmittel überhaupt zum Einsatz kommen und wie diese gewonnen werden, denn auch die Herstellung von ökologischen Betriebsmitteln beeinflussen die Biodiversität.
Im Rahmen der Biodiversitäts-Checks haben sich im Laufe des letzten Projektjahres eine Vielzahl von Empfehlungen zur Förderung der Artenvielfalt ergeben, die in einer Matrix zusammengefasst wurden. Hierin sind Vorschläge für die ECOVIN Winzer enthalten. Je nach Betriebsstruktur und Situation können nun die Maßnahmen entsprechend umgesetzt werden. Diese Empfehlungen werden im ECOVIN internen Arbeitskreis Weinbau vertiefend weiter diskutiert.
Dr. Thomas Griese zeigte sich beeindruckt vom Projekt und betonte die Notwendigkeit, eine große Artenvielfalt im Weinbau zu erhalten und zu fördern. Der ökologische Weinbau setzt hier wertvolle Impulse.
 

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