ECOVIN begrüßt Fortsetzung der Pheromon Förderung in Rheinland-Pfalz - Erfolgreicher Ansatz zur Ökologisierung des Weinbaus

Oppenheim, 30. Juni 2014. Die rheinland-pfälzischen Biowinzer müssen künftig mit weniger Förderprämien auskommen – weil das Land einen Teil ihrer Gelder in einen anderen Fördertopf steckt. Die Landesregierung will damit eine umweltfreundliche Insektenbekämpfung im Weinberg belohnen. Von diesem Schritt profitiert zwar mehrheitlich der konventionelle Weinbau. Weil der Einsatz sogenannter Pheromon-Ampullen in den Weinbergen jedoch einem ökologisch wertvollen Zweck dient und zusätzliche Pestizidbelastung vermieden wird, trägt ECOVIN die Regelung mit. „Wir werden der Entscheidung von Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken nicht im Weg stehen“, sagt ECOVIN Geschäftsführer Ralph Dejas. Der bundesweit größte Bioweinverband vertritt in Rheinland-Pfalz 120 kontrolliert ökologisch arbeitende Weinbaubetriebe; bundesweit sind es sogar mehr als 200.

Mit Hilfe der Pheromon-Ampullen lässt sich der Traubenwickler – eine in den Weinbergen heimische Motte – nicht nur effektiv, sondern auch ökologisch vorbildlich bekämpfen: In den Ampullen befinden sich Sexuallockstoffe, die den Traubenwickler während der Paarungsphase verwirren. Männchen und Weibchen finden dank flächendeckend in den Weinbergen und den angrenzenden Parzellen aufgehängten Pheromon-Ampullen nicht zueinander, so dass es zu keiner Fortpflanzung kommt. Und damit auch nicht zu den von den Winzern gefürchteten Fraßschäden an Trauben durch die frisch geschlüpften Würmer dieser Motte.

In den Jahren 2012 und 2013 förderte das Land Rheinland-Pfalz den Einsatz von Pheromon-Ampullen mit 100 Euro pro Hektar. Im laufenden Jahr 2014 sind es noch 80 Euro pro Hektar. Ursprünglich wollte das Land im kommenden Jahr die Pheromon Förderung ganz streichen, um in Zeiten knapper Kassen zu sparen. Der Weinbausektor äußerte daraufhin Befürchtungen, dass erfolgreiche Anwendergemeinschaften auseinanderbrechen könnten und forderte die Fortführung des Förderprogramms. Daraufhin änderte Landwirtschaftsministerin Höfken ihre Pläne. Ab 2015 erhalten alle Weinbaubetriebe – konventionelle ebenso wie biologisch arbeitende – für den Pheromon Einsatz 50 Euro Zuschuss pro Hektar.

Gespart wird im Gegenzug bei der Förderung des Bioweinbaus. Diese sinkt um 100 Euro pro Hektar für Weingüter, die auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen bzw. um 60 Euro pro Hektar für Betriebe, die bereits umgestellt sind. „Diese Fördersummen decken bei weitem nicht den Mehraufwand, den ein biologisch wirtschaftendes Weingut im Vergleich zu konventionellen Betrieben hat“, betont ECOVIN Geschäftsführer Ralph Dejas. „Die Bio-Förderung ist allerdings – insbesondere für Bio-Neulinge oder an der Umstellung interessierte Kollegen aus dem konventionellen Bereich – eine wertvolle Hilfe auf ihrem Weg in die kontrolliert ökologische Produktion. Weitere Kürzungen lehnen wir daher ab.“

Die Zustimmung zur Neuregelung der Pheromon Förderung versteht ECOVIN Geschäftsführer Dejas dagegen als gutes Beispiel für die Dialog- und Kompromissfähigkeit und des Ökosektors. „Es hilft doch kein Kirchturmdenken, wenn man ökologische Ansätze nach vorn bringen möchte. Der Einsatz von Pestiziden wird reduziert, was die Gewässer und somit unser aller Gesundheit schont. Letztendlich profitiert hier die Umwelt und damit wir alle.“

Klar sei aber auch: „Die Traubenwickler-Bekämpfung mit Pheromonen ist inzwischen Gang und Gebe im Weinbau – ebenso wie begrünte Weinbergsböden und andere Arbeitsweisen, die aus der ökologischen Wirtschaftsweise stammen. Dass solche Methoden inzwischen allgemein akzeptiert sind und als wünschenswert gelten, steht für ein geändertes Denken. Die biologische Landwirtschaft war hier stets ein Vorreiter, Beispielgeber und hat daran besonderen Anteil.“

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