ECOVIN auf den Naturschutztagen am Bodensee

Alljährlich finden am ersten Januarwochenende in Radolfzell am Bodensee die gemeinsam von NABU und BUND organisierten Naturschutztage statt. Etwa 750 Teilnehmer besuchten vom 3. Bis 6. Januar 2013 interessante Vorträge und Seminare sowie Exkursionen zu aktuellen Themen des Naturschutzes.

Am Samstag, 5.1., stand die Landwirtschaft im Focus. Nach einem äußerst informativem Vormittag mit Vorträgen von Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (B.Ö.L.W.) über sein aktuelles Buch „Food Crash“ und die globale Ernährungssituation, gab Thomas Dosch (Biolandbauer und Kuratoriumsmitglied des NABU) einen Überblick über die Europäische Agrarpolitik. Werner Räpple (Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes) stellte die Sichtweise der konventionellen Landwirtschaft dar. Wolfgang Reimer (Ministerialdirektor im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg) resümierte 10 Jahre agrarpolitische Arbeit der Grünen auf Bundes- und Europaebene und verdeutlichte einmal mehr, dass es bei den Bemühungen um die Verhandlungen einer Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2014 besonders darauf ankommt, geeignete Steuerungselemente vorzusehen, um dem Gemeinwohl entsprechend, die Ökologisierung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume voran zu bringen.

Am Nachmittag gab es zahlreiche Seminare, Foren und Exkursionen. Unter dem Titel „Von der Korkeiche bis ins Glas – Biologische Vielfalt im Ökoweinbau“ stellten Ralph Dejas (Geschäftsführer, ECOVIN), Dr. Thomas Schaefer (Programmkoordinator Global Nature Fund) und Patrick Trötschler (stellvertretender Geschäftsführer der Bodenseestiftung) ihr gemeinsames Projekt „Naturschutz und Biodiversitätserhalt als CSR-Aufgabe im Mittelstand“ vor. Hier geht es darum, 15 Pilotbetriebe im Bundesverband Ökologischer Weinbau ECOVIN nach Biodiversitätskriterien unter die Lupe zu nehmen. Ein umfangreicher Check wurde erarbeitet, um alle Facetten hinsichtlich der Biodiversität im Unternehmen zu analysieren. Untersucht wurden alle Bereiche, welche die Beschaffung, Produktion und Distribution im Ökologischen Weinbau tangieren. Ziel des Projektes ist es, Handlungsempfehlungen für die Betriebe zu erstellen, um ihre Bemühungen um den Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität noch weiter zu steigern. Aus den konkreten Maßnahmen verspricht man sich, auch hinsichtlich der kontinuierlichen Richtlinienarbeit, Stellschrauben zu identifizieren, um so die ökologische Qualität des ECOVIN Verbands noch weiter zu sichern und zu verbessern.

Das Projekt läuft noch bis Ende 2013 und wird finanziert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland (EFS) und der Europäischen Union.

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