30 Jahre ECOVIN Einführungskurs Ökologischer Weinbau

Oppenheim, 24.01.2016. Einwöchiger ECOVIN Einführungskurs in diesem Jahr vom 16. bis 20. Januar 2017 auf der Marienburg in Zell an der Mosel. Interesse am biologischen Weinbau ungebrochen. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am Intensivkurs des ECOVIN Bundesverbandes teil.

Mit einer bemerkenswerten Beteiligung von 40 Winzerinnen und Winzern fand in der Woche vom 16.-21. Januar 2017 der 30ste ECOVIN Einführungskurs auf der Marienburg an der Mosel statt.  Der Einführungskurs, der den ganzheitlichen Prozess der Umstellung auf den ökologischen Weinbau beleuchtet, ist für alle Beteiligten eines umstellungswilligen Betriebes konzipiert. So war die Gruppe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr gemischt, angefangen bei Auszubildenden und  MitarbeiterInnen über BetriebsleiterInnen bis hin zu  bereits erfahrenen BiowinzerInnen, die den Einführungskurs zur Auffrischung ihrer Kenntnisse nutzten. Die TeilnehmerInnen hörten zahlreiche interessante Vorträge zum Beispiel zu den Themen Ökosystem Weinberg sowie Boden - Begrünung und Bearbeitung, gehalten von Beate Fader (Beraterin Ökologischer Weinbau, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, DLR | Oppenheim). Jan Matthias Klein, Betriebsleiter des ECOVIN Weingutes Staffelter Hof in Kröv, erzählte von seinen Erfahrungen bei der Umstellung. Urs Hildebrandt (United Research for Soil, Peuerbach, Österreich) begeisterte seine Zuhörer mit seiner ganzheitlichen Betrachtung des Bodens, der Bodenpflege und des Humusaufbaus im ökologischen Weinbau. Zudem setzte er durch seinen Vortrag Akzente über Kompostbereitung. Das Thema Unterstockbearbeitung und Beikrautmanagement in Flach- und Steillagen brachte Matthias Porten (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel, Bernkastel-Kues) den Teilnehmerinnen und Teilnehmern näher. Ausführlich und anschaulich informierte Frederik Heller (Berater Ökologischer Weinbau, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, DLR | Oppenheim) zu den Themen Pflanzengesundheit im ökologischen Weinbau und Pilzkrankheiten.

Das Thema Pilzwiderstandfähige Rebsorten wurde in diesem Jahr von wissenschaftlicher Seite durch Birgit Eisenmann (DLR Rheinpfalz, Institut für Weinbau und Oenologie, Neustadt an der Weinstraße) und von praktischer Seite von ECOVIN Winzer Christian Scholtes aus Minheim und seinen tollen Weinen beleuchtet.

Dr. Maik Werner (Erbslöh AG, Geisenheim) sprach über Besonderheiten der Öko-Weinbereitung und den kellerwirtschaftlichen Richtlinien zur Erzeugung von Öko-Wein mit Bezug auf die Umsetzung in der Praxis. Dr. Karl-Josef Schirra (DLR Rheinpfalz | Neustadt, Fachgebiete: Phytomedizin, Entomologie im Weinbau) referierte in gewohnt kurzweiliger Form über tierische Schädlinge und die Bedeutung der Biodiversität im Weinberg. Viele Informationen über Richtlinien, Kontrolle und Deklarationsfragen bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Brigitte Dierkes (Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH, Göttingen). Ralph Dejas (Geschäftsführer ECOVIN) erläuterte die Arbeit des ECOVIN Verbandes und die Bedeutung einer Verbandsmitgliedschaft für den Fortschritt des ökologischen Weinbaus. Eine Einführung in den biologisch-dynamischen Weinbau bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Nina Weis (Demeter e.V. | Darmstadt). Dr. Jürgen Fritz (Universität Kassel | Witzenhausen) sprach zum Thema Bedeutung der biologisch-dynamischen Präparate und deren Einsatz in der Praxis zudem beleuchtete er die Auswirkungen der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise auf die Qualität der Produkte, ergänzt durch den Praxisbericht und die Weine von Rudolf Trossen (ECOVIN Weingut Rita & Rudolf Trossen, Kinheim-Kindel). Johanna Döring (Hochschule Geisenheim) berichtete über den Langzeitversuch INBIODYN der Hochschule Geisenheim.

Auch die Praxis kam in der Woche nicht zu kurz. Eine Wanderung durch die Weinberge nach Reil und zu den ECOVIN Betrieben Steffens-Keß und Thorsten Melsheimer zeigten die praktische Umsetzung des ökologischen Weinbaus. Harald Steffens (Weingut Steffens-Keß, Reil) vermittelte den ganzheitlichen Ansatz des Handelns im ökologischen Weinbau. Auch Thorsten Melsheimer aus Reil führte die Gruppe durch seinen Keller, erklärte seine Arbeitsweise und beantwortete die vielen Fragen. Ein besonderes Erlebnis zum 30sten Jubiläum des Einführungskurses war das anschließende Grillen im Hof des Weingutes Melsheimer. „30 Jahre ECOVIN Einführungskurs und auch dieses Jahr ist der Kurs ausgebucht. Das große Interesse bestätigt uns in unserer täglichen Verbandsarbeit. Ökologischer Weinbau gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist ein wichtiger Schritt zu qualitativ hochwertigen Weinen“, sagt Andreas Hattemer ECOVIN Bundesvorsitzender.

Das Resümee des Einführungskurses fiel bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie bei ECOVIN sehr gut aus. Sie konnten mit vielen neuen Eindrücken, neuen Kontakten zu Kollegen, gefestigtem Wissen und vielen Tipps zu einer erfolgreichen Umstellung zurück in ihre Betriebe gehen.

Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

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