Ökowein-Festival 2009

Oppenheim, 20.05.2009

„Schwäbische Naturgewächse“ – individuell mit viel Entwicklungspotential

Württemberger Ökoweine mit dem „N“ auf dem Etikett stehen für Ökologie im Weinberg und für naturbelassenen Ausbau im Keller

Naturweine gehören in den Spitzenlagen Frankreichs seit Jahren zum guten Ton. In Württemberg zeigen jetzt vier Ökoweinerzeuger, was „Schwäbische Naturgewächse“ geschmacklich können – und wofür diese Weine stehen. Beim Ökowein-Festival im Weingut Siglinger in Weinstadt-Großheppach Mitte Mai präsentierten sieben ECOVIN-Betriebe aus ganz Württemberg die besten Weine aus ihrer Kollektion. Mit dabei eine Auswahl von „Naturgewächsen“, die mit ihrem prägnanten Charakter von ausgewiesenen Weinkennern durchweg gute Kritiken bekamen. Ulrich Ostarhild war beim Ökoweinfestival und konnte bei der kommentierten Weinprobe eine interessante Diskussion zur Regionalität und Authentizität der Weine begleiten.

„Eine Besonderheit der Naturweine ist, dass diese nicht in eine Linie gezwungen werden und sich deswegen sehr eigenständig entwickeln können. Naturgewächse bieten deshalb ein natürliches und unverfälschtes Trinkvergnügen“, so das geradlinige Resümee von Frau Dr. Christine Krämer von der Weinhandlung Kreis & Krämer. Die erfahrene Weinfachfrau und Fachautorin kommentierte die Weinprobe der Ökoweinerzeuger am 16. und 17. Mai im Weingut Siglinger in Weinstadt-Großheppach. Dr. Manfred Siglinger und der Vorsitzende von Ecovin Württemberg, Hermann Schmalzried hatten das Öko-Weinfest dieses Jahr nach Weinstadt ins Remstal geholt.

Die Weine, die mit einem „N“ für Naturgewächs auf dem Etikett gekennzeichnet sind, wurden von Frau Dr. Krämer gemeinsam mit Andreas Braun, Weinautor und Tourismus-Geschäftsführer Baden-Württemberg und Axel Heldmann, Inhaber des Restaurants Zauberlehrling in Stuttgart präsentiert.

„Schwäbische Naturgewächse sind authentische Weine, die mit traditioneller, handwerklicher Arbeitsweise im Einklang mit der Natur ökologisch erzeugt werden. Es sind Originale, deren Ursprünglichkeit dem Weingenießer unverwechselbare Genusserlebnisse beschert. Ihren individuellen „Fingerabdruck“ bekommen diese Weine vom Terroir, also der Quintessenz aus Weinbergslage, Boden, Mikroklima und Reben sowie dem handwerklichen Geschick und der Intuition des Winzers“, so stellte Manfred Siglinger in seiner Einführung die Besonderheiten dieser regionaltypischen Ökoweine heraus.

Zum Auftakt kam auch Rezzo Schlauch, parl. Staatssekretär a.D. und bekennender Genussmensch. Schlauch, selbst „ökologisches Urgestein“ sieht beim Blick zurück auf die frühen Jahre der Umweltbewegung durchaus Parallelen zwischen seiner Partei, den Grünen und den Ökoweinerzeugern. „Mit den Jahren kommt die Qualität – und immer mehr Kenner und Genießer sind von der hohen Qualität überzeugt, die von den früher belächelten „Ökos“ heute angeboten wird.

Die Naturgewächse werden nicht durch Reinzuchthefen auf vermeintliche Premium-Linie gebracht sondern entstehen durch natürliche Spontangärung. Christine Krämer erkennt dabei keineswegs beliebige „diffuse“ Geschmacksnuancen, wie von Kritikern der Naturweine befürchtet, sondern angenehme, vor allem „unangestrengte“ Weine mit viel Entwicklungspotential.

Für Axel Heldmann, Chef im Restaurant Zauberlehrling im Stuttgarter Bohnenviertel sind Naturgewächse persönlich wichtig, auch wenn man den Unterschied nicht immer schmeckt. Das Wissen darüber und das Gefühl, Naturbelassenheit und die Herkunft des Weines zu schmecken, machen viel aus für den Genuss des Weins zu einem guten Essen.

Andreas Braun, Weinautor und seit Mai für den Tourismus in Baden- Württemberg zuständig, wünscht sich für Baden-Württemberg eine vielfältigere Weinberglandschaft, die speziell durch den ökologischen Weinbau geprägt wird. Bei Naturweinen oder Naturgewächsen steckt allerdings auch für den Tourismuschef der Ökogedanke nicht nur im Weinberg - also in der Natur und Ökologie - sondern auch in der Kellerwirtschaft. Hier ist also handwerkliches Können und auch ein Stück Mut und Gelassenheit gefragt, um den Naturweinen ihre individuelle Entwicklung zu ermöglichen.

Bei den Lebensmitteln ist „bio“ bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wie viele Umfragen und die Absatzzahlen zeigen. Die württemberger Öko-Wengerter sind nicht zuletzt durch den Zuspruch der ausgewiesenen Kenner bei der diesjährigen Weinpräsentation zuversichtlich, dass die Weine mit dem typischen „N“ auf dem Etikett als Spezialität von den Kunden gut angenommen wird. Stoff für angeregte Diskussionen über die Regionalität und Authentizität der Weine in der Württemberger Weinlandschaft bieten die „Naturgewächse“ allemal.

Ulrich Ostarhild

Info:
Die „Schwäbischen Naturgewächse“ stammen aus kontrolliert ökologisch bewirtschafteten Weinbergen, in denen weder chemische Dünger noch Herbizide, Insektizide oder chemisch-synthetische Fungizide eingesetzt werden. Gegen Pilzkrankheiten kommen pflanzliche und mineralische Präparate sowie Schwefel und Kupfer zum Einsatz. Natürliche Ernährung der Reben aus lebendigen Böden, harmonischer Wuchs, Vermeidung von Rückständen, Ertragsreduzierung und selektive Handlese ergeben ein hochwertiges Traubengut, dessen Potenzial durch natürliche Weinbereitung erhalten wird.

Was sie von anderen ECOVIN-Weinen abhebt, ist die ausschließlich spontan erfolgende Vergärung mit den weinbergseigenen Hefen, also ohne den Zusatz von Reinzuchthefen, Enzymen oder sonstigen Präparaten. Zudem werden die „Schwäbischen Naturgewächse“ nicht chaptalisiert oder gesüßt. Auf moderne Weinbereitungsmethoden wie Mostkonzentration, Maischeerhitzung oder Holzchips wird konsequent verzichtet. Stattdessen werden die Rotweine auf der Maische vergoren und häufig unfiltriert abgefüllt.

Neben diesen Vorschriften für die Pflege der Weinberge und die Vinifizierung im Keller, findet für die Zulassung als „Schwäbisches Naturgewächs“ eine strenge sensorische Prüfung durch ECOVIN Württemberg statt. So wird sicher gestellt, dass es sich bei den „Schwäbischen Naturgewächsen“ um wirklich unverwechselbare Originale handelt. Weitere Infos: Dr. Manfred Siglinger erreichen Sie unter Tel. 07151 – 906288 oder info@siglinger.de oder www.ecovin.de. Hier kann auch die Liste der vorgestellten Naturgewächse erfragt werden.
 

Ökowein Festival Das „N“ steht bei Ecovin Württemberg für Schwäbisches Naturgewächs
Ökowein Festival Gemeinsam für Ökowein aus
Württemberg: Andreas Braun,
Andreas Hieber, Hermann
Schmalzried, Dr. Manfred
Siglinger, Dr. Christine Krämer
und Götz Drewitz.
Ökowein Festival Dr. Christine Krämer
kommentiert die Weinprobe
beim Ökoweinfestival 2009 im
Weingut Siglinger
Ökowein Festival Ökowein Festival
Sieben Ökoweinerzeuger präsentieren ihre Spitzenweine beim Ökoweinfestival 2009 im Weingut Siglinger. V.l. Klaus Halter, Andreas Hieber, Lars Hieber, Andreas Stutz, Rainer Döbler. Bild rechts. Dr. Manfred Siglinger, Karin Siglinger, Dr. Christine Krämer und Hermann Schmalzried.

Pressekontakt:
ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V.
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