Ökologischer Weinbau steht für die Reduzierung kritischer Stoffe

Auf dem Treffen der GRÜNEN, vertreten durch den Europaabgeordneten Martin Häusling, die Spitzenkandidatin der GRÜNEN RLP Eveline Lemke und die  Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken, heute mit Vertretern des ökologischen Weinbaus (vertreten durch Bundesvorstand Martin Knab, Ecovin-Geschäftsführer Ralph Dejas u.a.)  auf dem Weingut Dr. Schnell in Guntersblum, wurden u.a. wichtige Themen wie die Kupferanwendungen im Anbau oder die Schwefelgehalte beim Wein diskutiert. Hier ist Forschung unterfinanziert.

Sowohl in den Kupferanwendungen als auch im Schwefeleinsatz unterscheidet sich der ökologische Weinbau nicht wesentlich vom konventionellen. Diskussionen, die die ökologische Wirtschaftsweise über die Aufwandmengen dieser Stoffe definieren wollen, greifen zu kurz.

Ökologischer Weinbau ist ein System, welches sich vor allem im Prozess, und hier im Besonderen in den Umweltwirkungen des Anbaus, vom konventionellen unterscheidet.

Klar ist aber auch, der ökologische Weinbau hat sich in der Praxis in den letzten Jahren ganz besonders für die Reduzierung dieser in die Kritik geratenen Stoffe eingesetzt. Dies gelang, trotz viel zu geringer Mittel in der Forschung, beim Kupfer z.B. in einer Reduzierung von 30kg/ha vor 30 Jahren auf heute nur noch 3 kg/ha unter anderem über die Anwendung pilzresistenter Weinsorten (PIWIS) und Pflanzenstärkungsmitteln (z.B. Frutogard). Dennoch – und hier ist man nahe bei den konventionellen Kollegen – setzt man sich für die Beibehaltung der aktuell geltenden Schwefelwerte und die weiterhin geltende Erlaubnis für einen praxisgerechten Kupfereinsatz ein. Für einen auch zukünftig möglichen Wettbewerb mit südlichen Weinbauländern als auch für die Ertragssicherung im ökologischen Weinbau müssen die aktuell erlaubten Mengen beibehalten werden. Für die Entwicklung oben genannter Alternativen (PIWIS und Pflanzenstärkungsmitteln, etc.) müssen dringend mehr Forschungsgelder bereit gestellt werden.

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PM von Martin Häusling
Mitglied des Europäischen Parlaments und Koordinator für Greens/EFA im Agrarausschuss
 
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