Ökologische Weinkultur in der Hauptstadt - 300 Weinfreunde pilgerten in die St.-Elisabeth Kirche

Am ersten Maiwochenende wurde Berlin zu Deutschlands Weinhauptstadt. Etwa 300 Interessierte folgten der Einladung zur Bioweinverkostung „Stadt Land WEIN“ in die St.-Elisabeth-Kirche nach Berlin-Mitte. 35 Weingüter aus zehn deutschen Weinbaugebieten boten eine breite Vielfalt ökologisch erzeugter Weine zur Verkostung an. Bereits zum dritten Mal und mit wachsendem Erfolg.

Wein und Brot – nichts Ungewöhnliches innerhalb von Kirchenmauern. Doch ging es am 5. Mai 2013 in der Berliner St.-Elisabeth-Kirche weniger um den heiligen Geist als um den des deutschen Bioweines. Der Bundesverband Ökologischer Weinbau ECOVIN hatte eingeladen, eine Reihe erlesener Bioweine zu probieren und deren Erzeuger persönlich kennen zu lernen. Die etwas andere Weinprobe wurde von ECOVIN als verbandsübergreifende Veranstaltung zur „Ökologischen Weinkultur“ initiiert. Auch im dritten Jahr stieg das Interesse an der Veranstaltung, an der in diesem Jahr 35 Biowinzer aus zehn deutschen Weinbaugebieten teilnahmen.

Etwa  300 Freunde ökologisch erzeugter Weine folgten der Einladung und genossen bei strahlendem Maiwetter spritzige und frische Weine in der Kirche. Vom Riesling aus der Pfalz und Cuvées aus Rheinhessen über Gewürztraminer von der Nahe bis zu Badischem Spätburgunder – insgesamt 280 verschiedene Weine standen zum Probieren bereit. Darunter bereits einige des jüngsten Jahrgangs 2012, als auch ältere und natürlich regionale Spezialitäten, die die  jeweils typischen Lagen, Regionen und Böden wiederspiegeln. Unter den Top Weingütern sind mehr und mehr Biobetriebe mit ECOVIN-Mitgliedschaft. Zu den Siegern zählen auch pilzwiderstandsfähige Sorten (Piwis), die zunehmend Aufmerksamkeit und auch Preise gewinnen.  

ECOVIN-Geschäftsführer Ralph Dejas zeigt sich zufrieden: „Wir freuen uns, dass sich unsere Veranstaltung zu einer kleinen Institution mausert. Berlin ist in ideales Pflaster, um Stadt-Land- Begegnungen mit ökologischer Weinkultur zu bereichern“. Zweifelsohne gibt es in der Hauptstadt eine ökologisch bewusst lebende Bevölkerungsschicht, die wachsenden Wert auf biologisch erzeugte Lebensmittel legt. Alle Altersschichten, Händler und Genießer kommen zusammen. 

Und die Reaktionen? „Ich bin einfach neugierig und will mich inspirieren lassen“, sagt einer. „Ich verfolge die Entwicklung im ökologischen Weinbau sehr genau“, erklärt ein anderer. „Es ist die Art der Weinerzeugung, die Philosophie hinter der ökologischen Erzeugung, die entscheidend ist. Das nimmt man ja mit dem Wein auf“, begründet eine 40jährige Berlinerin ihr Interesse. Und ein Rentnerpaar stellt fest: „Dass es keine guten deutschen Rotweine geben soll, ist für uns allerspätestens seit  heute widerlegt. Nicht wenige holten sich gleich eine der angebotenen pilzwiderstandsfähigen Jungreben mit nach Hause, um sie auf dem Balkon oder im Garten selbst anzupflanzen. 

Doch das war nicht alles, was Berlin in Sachen Ökologischer Weinkultur geboten bekam: Am Freitag zuvor gab es in den Ministergärten ein exklusives Bioweinmenü unter dem Motto „6 Köche 6 Winzer“. Diese Veranstaltung präsentierte ECOVIN in Zusammenarbeit mit Kunst & Kochen Berlin sowie der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „Ökologische Weinkultur“ wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft, BÖLN.

Downloads: